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Blaupausen für Engel

Sep 2017
04

Ich befand mich in jenem eigentümlichen Zustand zwischen den Welten, den Kopf durchzuckender Blitze von Gedanken, Fetzen die nicht greifbar, an dem Ort wo das Bratbrot dem Fett überlassen und die Welt einen kurzen Moment innehält, zwischen Wahnsinn, Irrsinn und Wahrheit. Es ist wie eine fortgesetzte blaue Stunde, treibend, innehaltend, unbestimmbar, richtunglos.

Man ist versucht den Atem anzuhalten um dem wackeligen Gefährt nicht eine unumkehrbare Richtung vorzugeben, es aus dem labilen, wolkig wabernden Gleichgewicht zu stoßen. Doch unweigerlich vergilbt die Blaupause nach Stunden des Dahintreibens, schlaff hängt ihr Segel, eine entsetzliche Leere zurücklassend.

Da könnte ein herzhaftes Gericht die treibende Seele sehr wohl wieder ins Lot bringen, wenn mit Liebe gekocht. Einen sanft aber bestimmt auf den Boden setzend, zwischen dem Past der Pasta, dem Perfekt des Grünkerns und dem Futurikum der Rotweinsoße.

Im Land der Skipetaren

Aug 2017
30

Schon früher reiste ich mit meinem schusssicheren Freund “Kara Ben Nemsi” auf fiebernder Suche nach dem “Schut” durch das Dunkel der Schluchten, durch Eis und Firn.
Das ich ihm einst folgen könnte war nicht abzusehen.

Möge dieses schöne Land den Sünden fern bleiben und seine Menschen mit Mut in die Zukunft schreiten!

Heimat

Dez 2013
16

Heute führte mich ein dreistündiger Fußmarsch durch ein paar Dörfer, um karibische Rotnasen abzufüllen. Es war still! Die Vögel zwitscherten, leise klingelte und raschelte es um mich herum und es war so friedlich wie schon lange nicht mehr. Irgendwo in einer Seitenstrasse vom (a)paulinischen Dorfe lachte mich einer dionysisch an, rabenschwarz, und wir waren kurzzeitig beide von den Socken. Ein Stück Sommererinnerung. Unterwegs leuchtet mir ein Mond, als ob dieses Idyll noch weitere Beleuchtung nötig hätte. Diese Stadt ist eine Großstadt, aber sie besteht aus Dörfern, von den einige das Glück hatten sich ihre interne Dörflichkeit fast erhalten zu haben. Die Welt ist so klein, manchmal.



Früher machte sie mir Angst. Sie hatte so deutlich kalte und gefährliche Seiten. Heute ist alles so nebeneinander und doch in sich verwoben; scheint trotz der gewaltigen Differenzen im Lebensstil und seinen Möglichkeiten miteinander auszukommen. Man wandert hindurch ohne Beklemmungen und kann seine Sinne den Örtlichkeiten und seinen Bewohnern öffnen. Es riecht und redet Heimat. Ein Teil in mir, nicht wegzufegen vom Winde, der aus aller Welt in unsere kleinen Dörfer hineinweht. Draußen tutet tief ein Horn und schafft sich wellenartig Platz im Teich. Es grüßt zum Abschied oder um seine Freude über den Einlauf in den heimatlichen Hafen mit dem Winde in die Dörfer zu tragen.



Über allen leuchtet der Mond und tanzt Samba!